Embedded Systems
Willkommen!
Lage und Nutzung
Das Labor Embedded Systems (kurz ES-Lab) befindet sich am Campus Darmstadt im Gebäude D10, Räume 0.34 und 0.35.
Die Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der aktuellen Raumbelegung unter my.h-da.de.
Unter Beachtung der Laborordnung kann das Labor während der Frei-Blöcke von den Studierenden als Lern- und Übungsraum genutzt werden.
Vorlesungen und Materialien
Die jeweiligen Unterlagen und Aufgaben finden Sie in den entsprechenden Moodlekursen.
Ausstattung
Das Labor bietet 8 PC-Arbeitsplätze für jeweils zwei Personen zur Durchführung von Praktika und Projektarbeiten. Ein weiterer Arbeitsplatz mit Medientechnik steht für die Betreuung der Studierenden zur Verfügung.
Gekoppelt an die im Labor stattfindenden Lehrveranstaltungen werden diverse Embedded Systeme in den Praktika und Projekten eingesetzt.
Außerdem stehen 6 Arbeitsplätze für Mess- und Analysearbeiten bereit.
Für Projekt- oder Team-Meetings stehen in der Mitte des Raumes ein großer Konferenztisch für 10 Teilnehmer sowie ein Smartboard mit Audio- und Videotechnik für Online-Konferenzen zur Verfügung.
- Dell mit u.a.
- Intel Core I5-13600 (6+8 cores)
- 32 GB Arbeitsspeicher
- 1000 GB SSD
- Betriebssystem (K)Ubuntu 22.04 LTS mit u.a.
- Toolchain für ARMv4 Prozessoren
- Visual Studio Code
- CodeBlocks IDE für c/c++
- QT Creator
- LogiSim Evolution
- Fritzing
- KiCAD mit NG-Spice
- CoppeliaSim
- Labornetzteil
- Tischmultimeter
- USB-Oszilloskop
- Logic-Analyser
- Strommessverstärker für sehr kleine Ströme
Informationen zum Labor
... ist das Labor für Technologien eingebetteter Systeme am Fachbereich Informatik und wird für die Lehre und Projekte rund um Embedded Systems genutzt.
Das Labor mit seiner Ausstattung wird dabei insbesondere für Lehrveranstaltungen der dualen Bachelor-Studiengänge und der Vertiefungsrichtung Technische und graphische Systeme im Master-Studiengang genutzt. In den praktischen Lehrveranstaltungen wird das Verständnis der Anforderungen an die Softwareentwicklung im Embedded-Bereich erworben. Im offenen Laborkonzept können die Studieninhalte vorbereitend bearbeitet werden. In studentischen Projekten vertiefen Studierende ihre Kenntnisse, wobei gleichzeitig Erfahrungen des Arbeitens im Team erzielt werden.
Eingebettete Systeme (engl. Embedded Systems) sind informationsverarbeitende Systeme, die in einen technischen Kontext eingebunden sind. Sie werden meist nicht bewusst von Anwenderinnen und Anwendern als eigenständiger Rechner wahrgenommen, da sie in ein größeres Produkt integriert sind. Durch die fortschreitende Miniaturisierung entstehen neue Anwendungsgebiete, bei denen früher als Mainframe oder PC sichtbare Rechner aus der Wahrnehmung verschwinden und durch das allgegenwärtige Rechnen (engl. ubiquitous computing) ersetzt wird. Innerhalb von komplexen Produkten wie Fahrzeugen findet man heute meist eine Reihe von eingebetteten Systemen, die vernetzt sind und interagieren.
- Kraftfahrzeuge, Luft- und Raumfahrttechnik, autonome Mobilität
- Kommunikationstechnik und Unterhaltungselektronik
- Medizintechnik
- Heimautomation und intelligente Gebäudetechnik
- Automationstechnik in Produktions- und Fertigungsanlagen
In Deutschland erzielten Embedded Systems 2010 einen Umsatz von 17 Milliarden Euro, wobei Schätzungen ein Wachstum bis 2020 auf 40 Milliarden vorhersagen. Die Anbieter von Embedded Systems beschäftigen ca. 40.000 Mitarbeitende (vorrangig Elektrotechnikerinnen und Elektrotechniker und technische Informatikerinnen und Informatiker). Dazu kommen nochmal 250.000 Beschäftigte in Anwenderbranchen, die Embedded Systems in Produkte integrieren und individuelle Software für das jeweilige Einsatzszenario entwickeln [1].
Neben den funktionalen Anforderungen der Informationsverarbeitung für den jeweiligen Einsatzzweck müssen für eingebettete Systeme insbesondere auch nichtfunktionale Anforderungen umgesetzt werden. Hierzu zählen:
- Echtzeitanforderungen
- Zuverlässigkeit (Reliability), Verfügbarkeit (Availibility), Wartbarkeit (Servicability), Sicherheit (Safety)
- Gewicht, Baugröße, Energieverbrauch
- Speicherbedarf, Rechenbedarf
- Verlässliche echtzeitfähige Kommunikation
- Verbindungen von digitalen, analogen und hybriden Wirkprinzipien
Immer komplexere Systeme benötigen immer komplexere Software. Schätzungen gehen davon aus, dass 40% der Fahrzeugkosten heutiger Neuwagen durch Software und Elektronik bestimmt werden. 90% aller Innovationen liegen im Bereich der Elektronik und Software. Betrachtet man die Entwicklungskosten, so entfallen 50-70% auf die Softwareentwicklung. Softwarepakete mit mehr als einer Million Zeilen Programmcode und bis zu 100 eingebettete, miteinander vernetzte Rechnersysteme werden in heutige Fahrzeuge verbaut. Man geht davon aus, dass in den nächsten Jahren diese Komplexität noch deutlich zunehmen wird, wobei starke Systemabhängigkeiten zu beobachten sind [2].
Die immer stärkere Durchdringung der menschlichen Umwelt durch Produkte mit eingebetteter Informationsverarbeitung ist begleitet durch die Prägung von neuen Begriffen für diesen Trend. Das Internet der Dinge (Internet of Things IoT) verknüpft die immer intelligenter wirkenden Gegenstände des täglichen Lebens, die nicht mehr als Rechner im klassischen Sinne wahrgenommen werden. Tragbare Geräte (Wearables), Sensoren und Aktoren in vielfältiger Form kommunizieren miteinander. Der Begriff der Cyber-physischen Systeme (Cyber-Physical Systems CPS) verdeutlicht dabei den Effekt, dass durch die Vernetzung vieler eingebetteter Systeme die physikalische Welt mit dem virtuellen Cyberspace verschmilzt. Intelligente Stromnetze koordinieren Stromerzeuger und –verbaucher dezentral. Bewegungsprofile von Fahrzeugen werden für Navigationshinweise zur Koordination des Verkehrs genutzt. Als Industrie 4.0 dient die Vernetzung von Produktionsmitteln und Produktionsgütern der immer stärkeren Konfigurierbarkeit des Endprodukts bis hin zur individuellen Fertigung eingebunden in die Geschäftsprozesse des Auftraggebers.
Das EST Labor des Fachbereichs Informatik wird für die Lehre und Projekte rund um Embedded Systems genutzt. Das Labor mit seiner Ausstattung wird dabei insbesondere für Lehrveranstaltungen der Bachelor-Studiengänge und der Vertiefungsrichtung Technische und graphische Systeme im Master-Studiengang genutzt. In den praktischen Lehrveranstaltungen wird das Verständnis der Anforderungen an die Softwareentwicklung im Embedded-Bereich erworben. Im offenen Laborkonzept können die Studieninhalte vorbereitend bearbeitet werden. In studentischen Projekten vertiefen Studierende ihre Kenntnisse, wobei gleichzeitig Erfahrungen des Arbeitens im Team erzielt werden.
[1] Manfred Broy (Hrsg.), „Cyber-physical Systems – Innovation durch softwareintensive eingebettete Systeme”, Springer Verlag, 2011, ISBN 9783642149016
[2] Karsten Berns, Bernd Schürmann, Mario Trapp, „Eingebettete Systeme – Systemgrundlagen und Entwicklung eingebetteter Software“, Vieweg+Teubner Verlag, 2010, ISBN 978-3-8348-0422-8
Laborleitung
Laboringenieurin
Bettina Kurz
Laboringenieur(in)
Embedded Systems Technology